Lebenszeiten Wuppertal e.V.

Ein denkwürdiges Jahr geht zu Ende!

Seit 25 Jahren begleitet unser Hospizdienst Lebenszeiten Menschen auf ihrem letzten Lebensabschnitt und ihre Angehörigen sowie Freunde.

neuer Vorstand 2020, von links Sylvia Everz, Jochen Schmidt, Christina Steppan, Petra Wehn (1. Vorsitzende) und Gudrun Istel„Wir freuen uns, dass wir auch in diesem besonderen Jahr ehrenamtliche Mitarbeiter für den Vorstand gewinnen konnten“, resümieren unsere Ehrenamtlichen. Nur so können wir, als erster Hospizdienst Wuppertals fortbestehen und unsere über 25 Jahre währende Erfahrung weiterführen. „Uns hat das Jahr gezeigt, dass es wichtiger denn je ist, die Themen Sterben, Tod und Trauer ins Leben einzubinden und dazu beizutragen, dass die letzte Lebensphase eines Menschen in Würde gelebt werden kann“, sagt die erste Vorsitzende Petra Wehn. Auch sie freut sich über die Verstärkung im Vorstand.

Auf vieles mussten wir in diesem Jahr verzichten. So konnte der Festakt zum 25 jährigen Jubiläum nicht stattfinden, aber auch unsere monatlichen Treffen mit den ehrenamtlichen Hospizbegleitern*innen fielen zweitweise aus sowie die Supervision. Dennoch konnten wir Koordinatorinnen die ehrenamtlichen durch die wöchentliche „Corona-Post“ immer auf dem Laufenden halten. Gerade unser gemütliches Beisammensein im Advent wurde von den Ehrenamtlichen sehr vermisst. Unser Vorstand hatte dafür den „Anderen Adventskalender“ an unsere Hospizbegleiter*innen verschickt, der mit besinnlichen Texten zum Weihnachtsfest hinführt.


Wir mussten in diesem Jahr häufiger unsere gewohnten Pfade verlassen und haben uns zu neuen Ufern aufgemacht. Online-Meetings standen immer häufiger auf dem Plan und so konnten wir in den letzten beiden Monaten unsere Monatstreffen in digitaler Form anbieten. Die Online-Treffen wurden gut angenommen und waren jedes Mal sehr lebendig.

Nun kurz vor Weihnachten, haben wir noch ein besonderes Geschenk an unsere Ehrenamtlichen, Kooperationspartner*innen und Spender*innen versendet, einen selbst entworfenen Kalender über unseren Hospizdienst Lebenszeiten Wuppertal e. V., mit dem wir das etwas andere Jubiläumsjahr ausklingen lassen wollen.

 


 

Mitgliederversammlung in Corona-Zeiten

Im Mai sollte unsere diesjährige Mitgliederversammlung stattfinden, wurde aber wegen der Corona-Pandemie verschoben. Der Vorstand hatte sich dann entschlossen, die Mitgliederversammlung am 07. Oktober 2020 nachzuholen. Gerade noch rechtzeitig, bevor die Fallzahlen wieder in die Höhe schnellten, konnten wir die Versammlung abhalten. Natürlich mit Mundschutz und allen Hygienevorschriften.

Versammlungsraum in der alten Kirche Wupperfeld Vorsitzende Frau Petra Wehn

 

 

Selbstverständlich mussten sich die Teilnehmer im Vorfeld anmelden und wir konnten als Versammlungsraum die Alte Kirche Wupperfeld gewinnen. Hier war genügend Platz, um weit genug voneinander entfernt zu sitzen.

 Unsere erste Vorsitzende Frau Petra Wehn begrüßte alle Teilnehmenden herzlich und stellte sich den Fragen zu dem Rechenschaftsbericht des Vorstandes, der als Tischvorlage auslag.

 
Koordinatorinnen Frau Gerlinde Geisler, Frau Anke Kaufmann

Im Anschluss daran berichteten die Koordinatorinnen Frau Gerlinde Geisler, Frau Anke Kaufmann und Frau Rita Witt von ihren Tätigkeiten und konnten dies auch mit einer Statistik und einigen schönen Fotos unterlegen.

Frau Gudrun Istel vom Vorstand hatte einen ausgeglichenen Finanzbericht und Haushaltsplan vorgestellt. Zusammen mit Herrn Kirst, dem Geschäftsführer der Feuchter Stiftung und unserer Ehrenamtlichen Frau Jutta Bastian, hatte sie die Kassenprüfung durchgeführt. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön für die Mühe der Kassenprüfer und Frau Istel.

 Frau Erika SonnenscheinNach der Entlastung des Vorstandes ging es fließend über zu den Wahlen.
Da Frau Erika Sonnenschein aus persönlichen Gründen aus dem Vorstand ausgeschieden ist, mussten neue Vorstandsmitglieder gewählt werden.
Gewinnen konnten wir Frau Christina Steppan, die sich auch im Vorfeld schon um unseren Facebook-Auftritt gekümmert hat, und unser langjähriges Mitglied Herr Joachim Schmidt, der als Wahlleiter fungierte und selbst ein wenig von seiner Wahl überrascht wurde. Wir gratulieren den beiden neuen Vorstandsmitgliedern und bedanken uns von Herzen bei Erika Sonnenschein für ihre Tätigkeit im Vorstand. Auch die Kassenprüferin Frau Bastian wollte ihr Amt nach vielen Jahren abgeben und so konnten wir Frau Agnes van den Borg zusammen mit Herrn Kirst als neue Kassenprüfer*in gewinnen. Herzlichen Dank auch für diese Bereitschaft!
Die Vollversammlung hat allen Teilnehmenden Mut gemacht, sich auch zukünftig für die Belange unseres Hospizdienstes Lebenszeiten Wuppertal e. V. einzusetzten. Trotz der anhaltenden Pandemie, schauen wir hoffnungsvoll in die Zukunft.

 


 

Trauer macht keine Ferien!

Im Juli starten wieder die Trauerspaziergänge auf der Hardt!
Hardt Trauerspaziergaenge
Wir laden trauernde Menschen dazu ein, in der Begegnung mit anderen betroffenen Menschen wieder Mut und Kraft für neue Lebensperspektiven zu finden. Nach einer Pause bedingt durch die Corona-Pandemie beginnen wir am Mittwoch dem 15. Juli 2020 wieder mit unseren Trauerspaziergängen auf der Hardt.  Der Spaziergang führt quer über die Hardt und dauert etwa eine bis eineinhalb Stunden.

Unsere ehrenamtlichen Trauerbegleiterinnen Heike Mraz und Ulrike Reese sind für die trauernden Menschen da:
„Wir wünschen trauernden Menschen, auch durch die Betrachtung der sich im Rhythmus der Jahreszeiten wandelnden Natur, wieder Mut und Kraft zu finden und Trauer als einen persönlichen Entwicklungsweg wahrzunehmen. Dabei möchten wir sie unterstützen!“

Immer dabei ist die Hündin „Lucy“, die für eine entspannte Stimmung sorgt.

Trauerspaziergänge
Jeden 3. Mittwoch im Monat um 14:30 Uhr (v. März-November):

Termine 2020: 15.07., 19.08., 16.09., 21.10., 18.11.2020

Treffpunkt: am Elisenturm, Botanischer Garten

Anmeldungen sind nicht nötig!

 


 

„Zuhause bleiben“, „Abstand halten“, „Kontaktverbot“

Begleitung von schwerkranken und sterbenden Menschen sowie ihrer Angehörigen in Zeiten der Pandemie. Wie es gelingen kann!


Bericht einer ehrenamtlichen Hospizbegleiterin in Zeiten der Corona-Pandemie:
Wie kann ich die Menschen, die ich eigentlich begleiten und betreuen möchte in Zeiten von Corona aus der Ferne unterstützen?

Was kann ich tun, damit die Beziehung weiter bestehen kann im kleinen Rahmen?
Diese Fragen stellt sich unsere ehrenamtliche Hospizbegleiterin Traute Knieriem-Olbricht in diesen Tagen, wo es ein strenges Betretungsverbot für die Altersheime gibt und selbst Angehörige draußen bleiben müssen.
Sie schreibt ihren Begleitungen Briefe oder schöne Postkarten zum Aufstellen und hofft darauf, dass diese auch vom Personal vorgelesen werden. Zudem telefoniert sie auch regelmäßig mit einer der Schwestern und lässt von ihr dann Grüße ausrichten.
Ohne das Personal, was wirklich in aufopfernder Weise seinen Dienst verrichtet, geht gerade sowieso nichts in den Alteneinrichtungen. Ihnen allen sei hier unser ganzer Dank ausgesprochen!
Traute Knieriem-Olbricht telefoniert auch mit den Angehörigen ihrer Begleitungen, um zu erfahren, wie es ihnen geht. Natürlich möchte sie damit, auch den Angehörigen Gehör verschaffen, die oft sehr verzweifelt sind, dass sie ihren lieben Menschen gerade nicht besuchen dürfen. Dabei hört sie häufig, dass die Isolation der alten Menschen in den Heimen nicht verstanden wird.

Foto Hospizhelferin TrauteThea Dorn schreibt in ihrem Essay „Es gibt Schlimmeres als den Tod. Den elenden Tod“ in Der Zeit, sie fürchtet: „dass wir bei unseren verzweifelten Anstrengungen, die gegenwärtige Seuche einzudämmen, ein Leid anrichten, das möglicherweise noch bitterer ist als der Tod selbst: das Leid, Menschen einsam und ohne Aussicht auf Trost sterben zu lassen.“
Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband weist darauf hin, dass sterbende Menschen auch weiterhin zu begleiten sind und dies natürlich persönlich geschehen soll. Entweder durch die nahen Angehörigen oder die allein stehenden Menschen auch durch Hospizbegleiter*innen.

Unsere ehrenamtliche Hospizbegleiterin Traute Knieriem-Olbricht meint dazu: „Es schmerzt mich, dass ich nicht mehr tun kann, aber ich bin optimistisch, es kommen wieder bessere Zeiten!“